Markendesign

1. Definition

Das Grafikdesign (Markendesign) ist eine Form, Tätigkeit und Möglichkeit, gedankliche Zusammenhänge zu visualisieren und in eine graphische bzw. visuell erfassbare Form zu bringen.

Es bedient sich dabei der Möglichkeiten der Typographie, der fotografischen und illustrativen Bildgestaltung, der Farbe und der möglichen Materialien und Formate.

Als Markendesign hat es die Aufgabe, die Marke eines Unternehmens visuell sichtbar zu machen und den Wiedererkennungswert zu steigern. Es ist damit das Corporate Design und eine Teildisziplin der Corporate Identity.

2. Was macht ein „gutes“ Grafikdesign aus?

Es gibt eine Vielzahl von Faktoren, die ein gutes Grafikdesign ausmachen. Obwohl der Geschmack oftmals subjektiv ausfällt, gibt es einige Grundlagen, die beachtet werden müssen, damit ein Grafikdesign als ästhetisch ansprechend gilt.

Zur Orientierung hier einige Hinweise aus eigener Praxis

  • die Kreativität des Gestalters und Funktionalität des Ergebnisses sind entscheidend 
  • Neue Typographie/ Funktionale Typografie (entwickelt von Jan Tschichold) 
  • Schweizer Typografie

Die Wissenschaft der Visualisierung von Daten nutzt darüber hinaus die Kenntnisse über

Das Entscheidende bei der Visualisierung ist die Auswahl der Methode. Prof. Dr. Werner Gaede identifiziert 12 Visualisierungstechniken, die sowohl auf syntaktischen als auch auf semantischen Verbindungen zwischen Text und Bild basieren.

 

Inspirationsquellen für Grafikdesign können darüber hinaus auch sein:

  • ein eigenes Board auf Pinterest erstellen (und dort sammeln)
  • Designtrends identifizieren
  • Orientierung an Stil und Arbeitsweise bekannter Designer
  • ein eigenes/ persönliches Raster für ein „gutes“ Grafikdesign entwickeln und anwenden

3. Was beinhaltet ein Corporate Design alles?

Die Grundelemente

1. Logo oder Signet bzw. Wortbildmarke (Branding)

Bild oder Symbol (Ideogramm, Bildmarke, Signet) und Schriftzug (Typogramm, Wortmarke)

2. Corporate Graphic Design (Kommunikations- und Grafikdesign)

3. Corporate Typography (Typografie)

Hausschrift. Eine zum Unternehmen und zur Unternehmensidentität passende, einheitliche Satzschrift (Schriftbild).

4. Corporate Picture (Bild bewegt und unbewegt)

Eine zum Unternehmen und zur Unternehmensidentität passende, einheitliche Bildsprache (Foto, Grafik, Illustration) und Symbolik (Icons).

5. Corporate Color (Farben)/ Hausfarbe (Unternehmensfarbe)

Eine zum Unternehmen und zur Unternehmensidentität passendes, einheitliches Farbklima/ Farbkonzept.

Gängige Farbkataloge und deren Verwendung sind:

6. Gestaltungsrichtlinien in Form eines CD-Manuals

7. Implementierung eines CDs in den Workflow des Kunden.

Hier beweist sich ein durchdachtes Konzept in der Art und Einfachheit der Implementierung im Workflow. 

 

Ferner und stark vom Kundenbedürfnis abhängig:

  • Corporate Fashion (Firmen-, Dienst,- und Arbeitsbekleidung)
  • Corporate Industrial Design (Produktdesign)
  • Corporate Architecture (Außen- und Innenarchitektur)

Tipp

Eine hochwertige Informationsquelle bietet Typolexikon.de. Dies ist eine Plattform, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Fachwissen rundum Typografie, Schrift und Grafikdesign zu dokumentieren und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

4. Layout-Prinzipien

Die vier Prinzipien des professionellen Grafikdesigns

Nähe, Ausrichtung, Wiederholung und Kontrast.

 

Prinzip 1: Nähe

Elemente, die inhaltlich zusammengehören (Bild und Bildunterschrift), sollen auch räumlich nah angeordnet werden.

Prinzip 2: Ausrichtung

Kein Element innerhalb einer Gestaltung soll willkürlich angeordnet werden. Durch eine einheitliche Ausrichtung der Elemente verstärken Sie deren Zusammengehörigkeit.

Prinzip 3: Wiederholung

Ausgewählte Gestaltungselemente (z. B. Farbcodes) sollten innerhalb einer Gestaltung wiederholt werden. Die Wiederholung stärkt den Wiedererkennungswert eines Designs.

Prinzip 4: Kontrast

(Zwei) Elemente, die sich nicht gleichen, sollen deutlich unterschieden werden können. Aufbau klarer Hierarchien und die Differenzierung von wichtigen und weniger wichtigen Inhalten.

5. Gestaltungsraster

Goldener Schnitt

Das Teilungsverhältnis des Goldenen Schnitts ist in Design/ Grafikdesign, Kunst und Architektur von Bedeutung und orientiert sich dabei an der Natur.

Fibonacci Spirale 

Auch Goldene Spirale genannt, ist ein Sonderfall der logarithmischen Spirale. Diese Spirale lässt sich mittels rekursiver Teilung eines Goldenen Rechtecks in je ein Quadrat und ein weiteres, kleineres Goldenes Rechteck konstruieren. Das Verhältnis der Radien der Kreissektoren entspricht der Fibonacci-Folge, wodurch der Name zustande kommt.

Drittel-Regel 

Auch Zwei-Drittel-Regel (englisch Rule of thirds) genannt, ist eine Gestaltungsregel in der Fotografie, die sich an die Proportionslehre des Goldenen Schnitts anlehnt.