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unize.berlin | Projekte

Der Weg aus dem Labyrinth …

Sie kennen das ja: Es ist Wochenende, Sie möchten einen Ausflug machen und haben von dieser neuen Ausstellung gehört. Das Museum haben Sie bis jetzt aber nur von außen gesehen, weil bisher einfach die Zeit für einen Besuch gefehlt hat. Wenn Sie das erste Mal ein Museum betreten, wirken von Anfang an viele Eindrücke und Informationen auf Sie ein - die Architektur, die Ausstellungsobjekte in ihrer Vielfalt, Texte und die anderen Besucher. Gerade bei größeren Museumsanlagen, deren Ausstellungsfläche für Sonderpräsentationen sich über mehrere Etagen und Gebäude erstreckt, kann man leicht die Orientierung verlieren. Wo soll man anfangen, um auch alle Bereiche der Ausstellung zu Gesicht zu bekommen? Man hat das Gefühl, etwas zu verpassen.

Vor diesem Problem stand das Team des Städtischen Museums Braunschweig bei der Planung der Ausstellung „Weitblick. Das Städtische Museum Braunschweig und Kulturen der Welt“. Ziel der Ausstellung ist es, die mannigfaltigen Sammlungsbereiche des kulturhistorischen Museums zu präsentieren und die Einflüsse verschiedenster Kulturen der Welt auf den Braunschweiger Kunstraum zu verdeutlichen. Schwerpunkte bilden dabei Objekte aus vier Regionen: Amerika, Orient, Italien und - als Sonderthema zur Reformation - religiöse Textilen aus Braunschweig. Um einen möglichst großen Überblick zu schaffen, werden acht Ausstellungsräume bespielt, verteilt auf vier Etagen und in zwei Gebäuden, die über eine Brücke miteinander verbunden sind. Wer das Museum kennt, weiß: Selbst, wenn man häufiger zu Besuch ist, können die vielen Wege überfordern und man verliert leicht den Überblick.

Abhilfe soll ein Wegleitsystem schaffen, um dieses Problem zu lösen und auch die abgelegenen Räume dem Besucher zu erschließen. Für die Umsetzung dieses umfangreichen Vorhabens hat das Museum unize.berlin gewinnen können.

Eine Herausforderung dieses Leitsystems ist es, nicht nur die weitverteilten Ausstellungsräume miteinander zu verknüpfen, sondern auch die perfekte Mischung aus klarer, wahrnehmbarer Wegerklärung zu bilden, die aber im Gesamtbild nicht von dem Inhalt der Ausstellung ablenkt. Das von unize.berlin geschaffene System kann den Besucher von jedem Startpunkt aus zu den verschiedenen Themenbereichen führen. Aufgrund der komplexen Wege und Fülle der Objekte ist ein lineares Bändersystem gewählt worden, das in vier Farben zu den vier Themenkomplexen führt. Die fortlaufenden Linien auf dem Boden werden sofort wahrgenommen, lenken aber nicht von den Objekten ab.

Bei einem so vielfältigen Themengebiet muss man davon ausgehen, dass sich nicht jeder Besucher für alle Bereiche gleichermaßen interessiert. An den Eingängen bieten daher Grundrisse der Gebäude mit den verschiedenen Farbmarkierungen eine Übersicht, damit jeder sein Interessensgebiet lokalisieren und direkt der farblichen Wegmarkierung folgen kann. Für die Themengebiete liegen an der Kasse zudem farblich passende Flyer aus, die einen ersten Überblick über das Ausgestellte der Regionen bieten. Da die Architektur des Museums nicht nur einen Weg zum Ziel bietet, wird an einigen Stellen mit Richtungsangaben gearbeitet, damit der Besucher sich - wie Herkules am Scheideweg - für den richtigen Weg entscheiden kann.

Das Feedback der Besucher ist sehr positiv. Gerade Besucher von außerhalb befürworten die klaren Strukturen und finden sich so in dem großen Gebäudekomplex zurecht.

Von einem solchen System profitieren aber nicht nur Ausstellungen und Museen, sondern auch Unternehmen mit einer ähnlich weitläufigen Raumsituation. Es bietet eine gute Möglichkeit dem Kunden Informationen auf den ersten Blick zu geben, so dass er sich willkommen fühlt und das Unternehmen mit einem positiven Gefühl betritt.